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Interview mit Angelika Artner - Bodentreu

WINZERIN WERDEN
WOLLTE ICH NIE

Autor: Susanne Lohs | WIRTSCHAFTSZEIT  Österreich, Vorarlberg, Tirol, Wien, Steiermark, Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Schweiz, Burgenland, Liechtenstein, Deutschland, Niederösterreich

Und heute ist sie es doch: Angelika Artner hat Anfang 2016 das Bio-Weingut Artner in Göttlesbrunn von ihren Eltern übernommen und führt es mit absoluter Hingabe und Leidenschaft. »Bio« sind Artners allerdings schon seit gut 25 Jahren und waren damit seinerzeit einer der Vorreiter – und das nicht nur im Weinbaugebiet Carnuntum, in dem Göttlesbrunn liegt.

Anfangs von den anderen milde belächelt (um es freundlich auszudrücken) war es für Familie Artner jedoch die einzig praktikable Lösung, schließlich zeigten sich aufgrund der »Spritztouren« mit den konventionellen »chemischen Keulen« im Weingarten bereits gesundheitliche Auswirkungen. Mit ihrem Mann Gerhard Pimpel – ebenfalls Winzer mit eigenem Weingut – ist sie seit über 20 Jahren zusammen, gemeinsam haben die beiden drei Kinder: Maximilian, 18, besucht bereits die Weinbauschule in Klosterneuburg, Marie, 15, peilt den Beruf der Architektin an, und Martin, 11, möchte in die Fußstapfen von Mama, Papa und Bruder Maximilian treten – die Nachfolge scheint also gesichert. Für ihre eigenen Eltern war das lange Zeit keineswegs so: Angelika Artner hat zwei jüngere Schwestern, aber keine der drei wollte den Weg der Winzerin einschlagen. Sie selbst hat in der Spengergasse eine textile Ausbildung absolviert und sich anschließend in den Bereichen Dekoration und Verkaufsförderung bei Betten Reiter, Gerngroß und Leiner ihre Sporen verdient. Nach etlichen Jahren in Wien kehrte die am 24.12.1971 Geborene mit Anfang Zwanzig ins heimatliche Göttlesbrunn zurück, wo sich ihr Weg wieder mit jenem von Gerhard Pimpel kreuzte. »Wieder« weil »Ich hab der Angelika im Kindergarten schon die Schuhbänder zusammengebunden«, wie der vier Jahre ältere Lebensgefährte gern erzählt.

Frau Artner, Textilien und Wein sind jetzt doch zwei grundverschiedene Dinge – was hat den Ausschlag gegeben, dass Sie schlussendlich doch auf Winzerin umgesattelt haben?

Mich hat diese Liebe zur Natur, die der Gerhard hat, immer wahnsinnig fasziniert. Diese Ehrfurcht vor den Weingärten, den Böden, das besondere Gefühl, etwas zu produzieren. Nach Maximilians Geburt hab ich dann gesagt: Ich bleib zu Hause und mach Marketing und Logistik für Gerhards Weingut. So bin ich in das Ganze reingekommen.

Heute ist es aber nicht mehr nur Marketing und Logistik, oder?

Nein, heute ist die Büroarbeit das, was mir am wenigstens Spaß macht. Weil ich nicht eingesperrt sein will – ich will draußen sein, in der Natur, ich will die Weite haben, ich will das Produkt sehen. Ich habe im Jahr 2016 das erste Mal miterlebt, wie man einen Weingarten durchs Jahr begleitet. Und plötzlich gehst du im Herbst raus, schneidest die Weintrauben ab und hast dein eigenes Produkt erzeugt. Da ist man so ehrfürchtig und stolz darauf.

Das klingt jetzt absolut positiv – warum wollten Sie dann eigentlich nie Winzerin werden?

Zum weiterlesen... können Sie das Interview vollständig als .pdf anzeigen:


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